14.12.2023
14.12.2023
Der SNF evaluiert jährlich den Nutzen der Ambizione-Beiträge für die Laufbahn der Forschenden. Die Beitragsempfangenden schätzen die Wirkung auf ihr wissenschaftliches Profil sehr positiv ein und berichten von einem Karriereschub.
Ambizione-Beiträge richten sich an Forschende auf einer frühen Karrierestufe, die selbständig ein Projekt an einer Schweizer Hochschule durchführen und leiten möchten. Es wird erwartet, dass sie nach der Förderung entweder ihre wissenschaftliche Laufbahn fortsetzen oder ihre Kompetenzen ausserhalb der akademischen Welt anwenden, sei es in der öffentlichen Verwaltung oder in der Wirtschaft. Das Förderinstrument Ambizione wurde 2008 lanciert und läuft seit 15 Jahren. In dieser Zeit wurden rund 1100 Forschende in der Schweiz unterstützt. Im Jahr 2014 wurde Ambizione extern evaluiert, unter anderem mit einer Umfrage bei den geförderten Forschenden. Ziel war es, die Wirkung der Beiträge auf die Laufbahn der Forschenden zu bestimmen. Seither führt der SNF jedes Jahr eine solche Befragung durch.
In dieser Datengeschichte präsentieren wir eine detaillierte Zusammenstellung der Ergebnisse dieser Erhebungen (bezogen auf die Jahre 2008–2022). Die Forschenden sind der Ansicht, dass Ambizione ihrer Karriere einen deutlichen Schub verliehen hat. Konkret konnten sie ihre Kompetenzen, ihr wissenschaftliches Profil, ihre Wettbewerbsfähigkeit, ihren Forschungsoutput und ihr nationales und internationales Netzwerk verbessern. NNicht alle Beitragsempfangenden konnten dank Ambizione nach einem Auslandaufenthalt in der Schweizer Forschungslandschaft Fuss fassen, die grosse Mehrheit arbeitete jedoch auch nach Ablauf der Förderung in der Forschung. Fünf Jahre nach Abschluss des Beitrags waren rund drei Viertel der Befragten im Rahmen einer Professur in der Schweiz oder im Ausland tätig.
Der SNF kontaktiert jedes Jahr die Forschenden, deren Ambizione-Förderung im Vorjahr auslief. Dazu gehören Beitragsempfangende, die den vollen Förderzeitraum beendeten, und solche, die vor dem Beitragsende auf eine neue Stelle wechselten. Die unterstützten Forschenden werden zu ihrem Ambizione-Beitrag und dessen Wirkung auf ihre Karriere befragt. Diese Gruppe wird als die Kohorte «1 Jahr nach der Förderung» bezeichnet. Der SNF kontaktiert auch frühere Beitragsempfangende, deren Ambizione-Förderung vor fünf Jahren endete. Diese Gruppe bildet die Kohorte «5 Jahre nach der Förderung». Zum Beispiel bestand 2020 die Kohorte «1 Jahr nach der Förderung» aus ehemaligen Ambizione-Beitragsempfangenden, deren Unterstützung 2019 endete. Die Kohorte «5 Jahre nach der Förderung» betraf die Beitragsempfangenden, deren Ambizione-Unterstützung 2015 auslief. Die Rücklaufquote lag für beide Kohorten bei rund 50%.
Der Ambizione-Beitrag hat meine Kompetenz in meinem Forschungsgebiet verbessert:
Die Beitragsempfangenden sind der Meinung, dass der Ambizione-Beitrag ihre Forschungskompetenzen gestärkt hat. Unabhängig davon, ob sie kurz nach Beitragsende oder vier Jahre später befragt wurden, gibt die überwiegende Mehrheit (>95%) der Geförderten an, dass sich ihre Kompetenzen dank des Ambizione-Beitrags verbessert haben.
Der Ambizione-Beitrag hat mein wissenschaftliches Profil gestärkt:
Die überwiegende Mehrheit der Beitragsempfangenden (>95%) ist der Meinung, dass ihr wissenschaftliches Profil durch den Ambizione-Beitrag gestärkt wurde – unabhängig von der Kohorte.
Der Ambizione-Beitrag hat meine wissenschaftliche Wettbewerbsfähigkeit erhöht:
Insgesamt sind die Befragten der Meinung, dass ihre wissenschaftliche Wettbewerbsfähigkeit durch den Ambizione-Beitrag erhöht wurde. Für beide Kohorten resultierten ähnliche Ergebnisse, wobei nur eine Minderheit der Beitragsempfangenden (<10%) bezweifelt, dass der Ambizione-Beitrag ihre wissenschaftliche Wettbewerbsfähigkeit positiv beeinflusste.
Dank Ambizione konnte ich mehr wissenschaftliche Publikationen realisieren:
Der Ambizione-Beitrag scheint sich positiv auf die Produktivität der Beitragsempfangenden auszuwirken: Sie konnten dank der Förderung mehr publizieren. Unabhängig von der Kohorte sind die Daten hier jedoch weniger einheitlich: 50-60% der Beitragsempfangenden geben an, dass diese Aussage voll und ganz zutrifft, 30-40% stimmen teilweise zu. Nur eine Minderheit der Beitragsempfangenden (15-20%) stellt eine Wirkung des Beitrags auf die Zahl der Forschungspublikationen infrage.
Der Ambizione-Beitrag hat die Qualität meiner wissenschaftlichen Publikationen verbessert:
Eine deutliche Mehrheit der Beitragsempfangenden beider Kohorten (75-80%) ist der Meinung, dass sich die Qualität ihrer wissenschaftlichen Publikationen dank Ambizione verbessert hat. Wie gross diese positive Wirkung war, wird weniger einheitlich beurteilt, und eine Minderheit (<20%) bezweifelt, ob sich der Beitrag positiv auf die Qualität ihrer Publikationen ausgewirkt hat – unabhängig von der Kohorte.
Dank dem Ambizione-Beitrag konnte ich meine internationale Vernetzung ausbauen:
Eine deutliche Mehrheit der Beitragsempfangenden beider Kohorten (75-80%) ist der Meinung, dass sich der Beitrag positiv auf die Entwicklung ihres internationalen Netzwerks ausgewirkt hat. Die Ergebnisse sind jedoch nicht einheitlich: 35-40% der Beitragsempfangenden erachten die positive Wirkung als stark, 35-50% hingegen stimmen nur teilweise zu. Lediglich 3% der Beitragsempfangenden spürten keine Wirkung von Ambizione auf ihr internationales Netzwerk – unabhängig von der Kohorte.
Der Ambizione-Beitrag hat mir den Zugang zu führenden Forschenden in meiner Disziplin erleichtert:
In beiden Kohorten ist eine deutliche Mehrheit der Beitragsempfangenden (70-75%) der Meinung, dass sie durch den Ambizione-Beitrag einen besseren Zugang zu führenden Forschenden in ihrer Disziplin erhalten haben. Allerdings stimmen nur 30% dieser Aussage voll und ganz zu, während 40-45% teilweise zustimmten. Rund 25% der Beitragsempfangenden beider Kohorten geben an, dass Ambizione ihnen den Zugang zu führenden Forschenden in ihrer Disziplin nicht erleichtert habe.
Der Ambizione-Beitrag hat es mir ermöglicht, in der Schweizer Forschung Fuss zu fassen:
Bis 2012 mussten die Gesuchstellenden einen Auslandaufenthalt absolvieren, bevor sie sich um einen Ambizione-Förderbeitrag bewerben konnten. Von 2012 bis 2020 einen Aufenthalt an einer anderen Institution als derjenigen, wo sie promoviert hatten.
Ob es der Ambizione-Beitrag den Forschenden ermöglicht hat, nach einem Auslandaufenthalt in der Schweiz Fuss zu fassen, beantworten beide Kohorten weniger eindeutig. In der Kohorte «1 Jahr nach der Förderung» sind rund 50% der Beitragsempfangenden der Meinung, dass die Ambizione-Förderung es ihnen ermöglichte, in der Schweizer Forschungslandschaft Fuss zu fassen. 25% sind anderer Meinung. Interessanterweise können 25% der Befragten nicht sagen, ob die Ambizione-Förderung ihnen in dieser Hinsicht geholfen hat.
In der Kohorte «5 Jahre nach der Förderung» äussern sich die Ambizione-Beitragsempfangenden positiver (rund 55%) über die Auswirkungen des Beitrags auf ihre Integration in die Schweizer Forschungsgemeinschaft. Gleichzeitig sind jedoch mehr Beitragsempfangende (30%) der Meinung, dass die Unterstützung durch Ambizione nicht viel dazu beigetragen hat, in der Schweizer Forschung Fuss zu fassen. Wie in der Kohorte «1 Jahr nach der Förderung» können viele Beitragsempfangende (etwa 20%) nicht sagen, ob der Ambizione-Beitrag ihnen geholfen hat, dieses Ziel zu erreichen.
Was ist Ihre heutige Position?
Bei beiden Kohorten waren die ehemaligen Beitragsempfangenden zum Befragungszeitpunkt in vielfältigen Positionen tätig. Die grosse Mehrheit beider Kohorten (80-85%) war in der akademischen Welt geblieben, entweder mit einer Professur oder in der Forschung/wissenschaftlichen Mitarbeit. Nur eine Minderheit von 15-20% hatte eine Stelle ausserhalb der Wissenschaft angenommen («Andere Position»), zumeist in der Industrie, in der Verwaltung oder in der Lehre.
In der Kohorte «1 Jahr nach der Förderung» hatten rund 55% der Ambizione-Beitragsempfangenden eine Professur, hauptsächlich Assistenzprofessuren, SNF-Förderprofessuren oder Dozierendenstellen (rund 45%). Etwa 25% der Beitragsempfangenden waren als Postdoktorierende, im Rahmen einer Assistenz oder als wissenschaftliche Mitarbeitende tätig.
In der Kohorte «5 Jahre nach der Förderung» hatten rund 70% der Ambizione-Beitragsempfangenden eine Stelle auf Professurebene: 40% eine ordentliche oder ausserordentliche Professur und 30% eine Assistenzprofessur, eine SNF-Förderprofessur oder eine Dozierendenstelle. 5% waren als Postdoktorierende, im Rahmen einer Assistenz oder als wissenschaftliche Mitarbeitende tätig.
Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Beitragsempfangenden von Ambizione die positive Wirkung der Förderung auf ihr wissenschaftliches Profil sehr schätzen. Dies gilt insbesondere für die Verbesserung ihrer Kompetenzen, ihres Forschungsoutputs, ihrer Wettbewerbsfähigkeit und ihres Forschungsnetzwerks. Im Allgemeinen erfuhren sie einen Karriereschub – unabhängig von der Kohorte und ihrer späteren Position.
Daten, Text und Code dieser Datengeschichte sind auf Github verfügbar und auf Zenodo archiviert.
DOI: 10.46446/datastory.ambizione-grantees-career-boost